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Samstag, 8. August 2026

Kreativgruppe "WG 6", 07.08.2026

"Not everything that is faced can be changed, 
but nothing can be changed until it is faced." 
James Baldwin

Nicht alles, was wir bewusst anschauen, können wir verändern. Aber nichts kann sich verändern, solange wir es nicht anschauen. 


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DER WEG
VERSCHIEDENE MÖGLICHKEITEN
SCHATTEN
STEINE AM WEG
GROSSER BERG
SICH ZUWINKEN
LOSGEHEN
MUT


***
Brief 
an mich 
kommt kaum vor
Ich schreib an mich
Liebevoll


"Liebe A.

ich freue mich, Dir zu schreiben.  

Ich weiß, Du freust Dich darüber, wenn jemand sich die Zeit dafür nimmt.

Bisher hast Du Anderen diese Freude bereitet und nun also kommst Du in den Genuss, Post von einem Dich liebenden Menschen zu erhalten. Und weißt Du, wer das ist? Wahrscheinlich kommst Du nicht darauf, wer ich bin. Oder doch?

Liebe A., 

ich bin Du. Ja, Du liest richtig. Ich schreibe Dir, also mir einen Brief. Das fühlt sich gut an. Ich freue mich, dass ich mir die Zeit für mich nehme und überlege nun aber doch, was ich schreiben möchte…

Liebe A.,

ich weiß, Du bist immer für Deine Kinder, J. und S. da, hörst ihnen zu und hast das Bedürfnis, sie zu unterstützen. Nur leider verlierst Du dabei Dich und Deine Bedürfnisse aus den Augen. Kennst Du diese überhaupt? Ich glaube nicht. 

Ich bin ehrlich zu Dir. Es fällt mir unendlich schwer, an Dich, mein Ich, zu schreiben. Bei anderen, mir nahe stehenden Menschen fällt mir das wesentlich leichter. 

Sei bitte nicht traurig, dass ich für Dich nicht die passenden Worte heute finde. Ich werde das, liebe A., bald nachholen. Zuerst benötige ich dafür Zeit, mich mit Dir, mein Ich, näher zu beschäftigen. Ich möchte so viel von Dir erfahren: Was bewegt Dich und warum? 

Was bereitet Dir Freude? 

Welche Wünsche und Ideen hast Du für Dich für die nächste Zukunft? 

Was hält Dich davon ab, Ideen für Dich selbst zu suchen und zu finden?

Liebe A., 

wer bist Du? Ich weiß sooo wenig von Dir und möchte das ab heute ändern. Ich denke, der Anfang ist mit diesem Brief gemacht. Mal sehen, wie viele noch folgen werden. Auf jeden Fall lade ich Dich ein, mit mir in Schreibkontakt zu treten. Vielleicht wächst ja mehr als Interesse darauf - mehr als Freundschaft. Vielleicht, so meine Hoffnung, entsteht ja aus dem ehrlichen Interesse an Dir am Ende sogar Liebe. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir antwortest. Lass Dich aber bitte nicht unter Druck setzen. Alles kann, nichts muss.

Liebe A., 

ich mag Dich sehr, auch Dein manchmal widersprüchliches Verhalten. So bist Du eben - das gehört zu Dir. Lass uns darüber in regelmäßigen Austausch treten. Ich freue mich schon darauf. 

In Liebe, Deine an Dich denkende A." 

  ***

Brief 
an mich 
fällt mir schwer
Ich übe regelmäßig, ab
heute

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Allen weiterhin vielseitige Inspirationen - bis zum nächsten Mal, am 4. September, weiterlesen hier ...


Montag, 20. Juli 2026

"Ausdrucksmalen" als neue Erfahrung und eine weitere Möglichkeit von Selbsthilfe

Wir hatten letzten Samstag zu einem Workshop eingeladen, die Methode des Ausdrucksmalens innerhalb einer zweistündigen Gruppensession selbst zu erleben. Weiterlesen hier

Ausdrucksmalen ist ein kreativer und kunsttherapeutischer Ansatz, bei dem der schöpferische Prozess im Mittelpunkt steht. Es geht nicht um künstlerisches Können oder das fertige Bild als „gelungenes“ Ergebnis, sondern darum, sich auf Farben, Formen und eigene Impulse einzulassen.

© Gabriele Max

Unter einfühlsamer Anleitung von Kunsttherapeutin Gabriele Max vom PTV Sachsen e.V.* orientierten wir uns am Point Zero Painting** der französisch-amerikanischen Künstlerin Michele Cassou. Weiterlesen hier


© Gabriele Max nach Michele Cassou

Zu Beginn wurden uns Cassous drei „Drachen“: BedeutungErgebnis und Kontrolle
vorgestellt. Sie stehen für innere Muster, die uns häufig auch im Alltag davon abhalten, frei und spielerisch zu handeln, zu gestalten und uns lebendig zu fühlen: Üblicherweise haben wir gelernt, vor allem uns selbst zu bewerten, etwas Bestimmtes erreichen oder alles unter Kontrolle behalten zu wollen.

Verwandt ist dieser Gedanke mit dem „Malort“ des deutsch-französischen Pädagogen und Forschers Arno Stern (1924-2024), der aus seiner Arbeit mit Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Weiterlesen hier 

Beide Ansätze begründen einen geschützten achtsamen Raum, in dem Bewertung, Konkurrenz sowie Leistungsdruck zurücktreten und Kreativität ihren eigenen Weg finden darf. Es gibt keinen richtigen oder falschen "Ausdruck". Jede und jeder entdeckt auf individuelle Weise, was beim Malen entsteht.


Wie unterschiedlich diese Entdeckungsreise erlebt wurde, zeigte sich im gemeinsamen Tun und im anschließenden Austausch über das Entstehen der "Ausdrucksbilder". Manche TeilnehmerInnen erzählten, dass sie sich sofort auf den Prozess einlassen konnten, auch dank der behutsamen Hinführung durch die Workshopleiterin. Andere begegneten schnell eigenen Erwartungen, Ansprüchen oder Unsicherheiten und waren entweder davon überrascht oder durch andere Kunsttherapien bereits mit diesen Reaktionsmustern vertraut.

Gerade die Möglichkeiten des gemeinsamen Ausprobierens machte jedoch in dieser kurzen Zeit spür- & sichtbar, wie anregend, vielfältig und neuartig es sein kann, diesen Weg fortzuführen.

© Gabriele Max


Welche Möglichkeiten gibt es für uns, solche Erfahrungen über die Selbsthilfe hinaus weiterzuführen?

Kreative und kunsttherapeutische Methoden können unter bestimmten Voraussetzungen auch Bestandteil einer ergotherapeutischen Behandlung sein. Ausdrucksmalen selbst ist keine eigenständige Kassenleistung. 

Wenn eine Kunsttherapeutin zugleich Ergotherapeutin ist und in einer zugelassenen Ergotherapiepraxis arbeitet, können kreative und gestalterische Verfahren jedoch Teil einer ärztlich verordneten Ergotherapie sein, abhängig von der Diagnose, der ärztlichen Verordnung und dem therapeutischen Konzept. 

Seit 2024 gibt es zudem für bestimmte Diagnosegruppen die Möglichkeit einer sogenannten Blankoverordnung. Dabei kann die Ergotherapeutin innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst über Art, Umfang und Frequenz der Behandlung entscheiden.

Gerade aufgrund früher Trennungs- und Verlusterfahrungen oder aber auch rigider, ideologisierter Kunstpädagogik, wie sie in Kindereinrichtungen & Schulen der DDR häufig vermittelt wurde, kann ein solcher geschützter kreativer Raum eine besondere Bedeutung haben. 

Bei Traumafolgestörungen, Depressionen, Angststörungen oder anderen psychischen Belastungen kann (wenn eine entsprechende Diagnose vorliegt) eine Ergotherapieverordnung möglich sein. Ob dies im individuellen Fall infrage kommt, entscheidet die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt; bei psychischen Erkrankungen gegebenenfalls auch eine Psychotherapeutin bzw. ein Psychotherapeut oder eine Neurologin bzw. ein Neurologe. 

Bei Interesse und Rückfragen empfehlen wir, sich ans Zentrum für Ergo- & Arbeitstherapie Dresden des PTVs zu wenden, weiterlesen hier 

Herzliche Einladung in unsere Kreativgruppe "WG 6"


Für uns TeilnehmerInnen bot dieser Nachmittag eine Kostprobe intuitiver Maltherapie und gleichsam die Gelegenheit, andere Weisen der Selbstfürsorge und Selbsthilfe kennenzulernen. 

Gerade für ehemalige Wochenkinder, die früh lernen mussten, sich anzupassen und Erwartungen zu erfüllen, kann eine regelmäßige kreative Praxis in verschiedener Hinsicht wohltuend und nachhaltig sein. Sie eröffnet die Möglichkeit, sichere Räume und gestalterische Situationen zu erkunden, in denen sinnliche Wahrnehmung, freies Experimentieren, Vertrauen und das künstlerische Potenzial sich „nachentfalten“ können.

Neben den genannten ergo- und kunsttherapeutischen Angeboten auf ärztliche Verordnung sowie Bezahlkursen, beispielsweise an der Volkshochschule, gibt es seit 2024 innerhalb unserer Dresdner Selbsthilfegruppe auch eine kostenfreie Alternative. Einmal im Monat treffen sich Wokis aus Dresden, Chemnitz & Leipzig, um gemeinsam kreativ zu werden und Erfahrungen auszutauschen. Neue Interessierte sind jederzeit willkommen, weiterlesen hier

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* Psychosozialer Trägerverein Sachsen e.V., weiterlesen hier 
** Das Buch von Michele Cassou in der deutschen Übersetzung: "Point Zero - entfesselte Kreativität" haben wir inzwischen für unsere Dresdner Woki-Bibliothek (Link) erworben.

Montag, 6. Juli 2026

Kreative Sommerpost aus der Schweiz vom 04.07.26

Unsere Kreativgruppe setzt sich nicht nur aus DresdnerInnen zusammen. Gelegentlich besuchen uns Gruppenmitglieder aus Chemnitz, Leipzig und sogar aus der Schweiz.

Inspiriert von unserem letzten Post (weiterlesen hier), schrieb uns Conny aus Zürich: 

"Ich habe die Idee aufgegriffen und mir auch etwas zu Eurem letzten Kreativtreffen ausgedacht. So hab ich das Gefühl auch bei Euch zu sein.(-:

Als erstes habe ich mein Pendelheft vorgeholt und meinen gestalteten Wutanteil für Euch fotografiert.


„Wut war nicht erlaubt“
© Cornelia Stadelmann, 2026

Hier eine Beschreibung meiner Wutfigur.

Es gibt zwei Seiten. 


Die eine Seite zeigt die natürliche Aggression. Das Holz steht für die Natürlichkeit, die Wut kann durchfliessen. An den Seiten gibt es Zacken (im sorbischen auch Wolfszähne genannt, kommt von der Ostereierbemalung). Diese symbolisieren den Schutz nach innen sowie nach aussen und dienen als Grenze. Der grosse Mund mit den Zähnen kann zubeissen und sich etwas nehmen. Die Figur steht auf einem mobilen Sockel und kann daher grösser oder kleiner werden.


Die andere Seite ist im Fundament eingefroren. Das Grau steht für Anpassung. Darunter liegt die Wut. Gestaute Energie. Im Kopf hat es ein Loch. Wenn die Wut hochsteigt, ist der Kopf leer und es können keine rationalen Gedanken gefasst werden. Am Kopf sieht man noch nach oben zeigende Pfeile. Es gibt auch die Assoziation zu einem Vulkan. Das Herz ist verschlossen.


Ein Eintrag aus meinem Pendelheft lautet:


Liebe Mutti!

Conny war in dieser Woche sehr ungezogen. Sie macht immer das Gegenteil von dem, was die Tanten wollen. Die Beschäftigung hat sie gut mitgemacht.

Ein schönes Wochenende

wünschen die Tanten.








© Cornelia Stadelmann, 2026


Und nun noch ein Beitrag zu den selbstgeschriebenen Postkarten.

Als ich vor 3 Jahren meinen Unfall hatte und (Fuss mehrfach gebrochen und ausgehängt) konnte ich ja lange nicht laufen. Ich habe in dieser Zeit eine Postkarten App entdeckt und mir immer wieder Postkarten gestaltet und selbst zu geschickt. 

Hier auch ein Foto davon. Auch die Briefmarken kann man mit der App selber gestalten.


© Cornelia Stadelmann, 2026


Ganz liebe Grüsse und bis bald wieder.

Conny"




 

Freitag, 3. Juli 2026

Kreativgruppe "WG 6", 03.07.26

 .... es ist Sommerzeit, hast Du Dir schon einmal selbst eine gestaltete Urlaubskarte geschrieben?


Wie drückt sich Deine aktuelle Wut aus? Verdammt, wer sind Deine Kuckuckseltern? Gehörst Du zu den "Otrovertierten"? 




Warum lieber eine klare Struktur, statt es weich ineinander fließen zu lassen?





Welche "Goldenen Momente" schaffst Du Dir?




Beeinflussen wir uns im Tun etwa gegenseitig?



Sehen wir uns in einem Monat wieder: am 7. August ...?! 

Sonntag, 28. Juni 2026

Einladung zu Selbsthilfe-Workshop "Ausdrucksmalen", 18.07.26 in Dresden

„Wer bin ich heute? - Wer öffnet mir die Tür, wenn ich bei mir selbst anklopfe?“

Liebe Wokis,

wir laden Euch herzlich zu einem besonderen Sommer-SHG-Treffen des "Ausdrucksmalens" ein.


Wann: Sa, 18.07.2026, 15:00-17:00 Uhr, Treffzeit 14:45 Uhr. Wir bitten um pünktliches Erscheinen!

Wo: in Dresden-Blasewitz, Nähe "Programmkino Ost", genaue Anschrift wird nach Anmeldung bekanntgegeben.


Unter Begleitung der Kunsttherapeutin Gabriele Max begeben wir uns gemeinsam in einen Prozess, bei dem nicht das schöne Bild im Mittelpunkt steht, sondern die Freude am Gestalten, das Vertrauen in die eigene Kreativität und die Begegnung mit sich selbst. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


Dieser Kurs wird von der AOK gefördert und ist kostenfrei. Um eine Gebühr von 3,50 € für die Materialien wird vor Ort gebeten.


Teilnehmeranzahl max. 12 Personen. Anmeldungen noch möglich bis 12.07. 👉 dresden@wochenkinder.de



Inhaltlich orientiert sich der Workshop am Gedanken des Point Zero Painting der französisch-amerikanischen Künstlerin Michele Cassou. Für Neugierige und Interessierte lohnt sich ein Blick in ihr Buch „Point Zero – Entfesselte Kreativität“, erschienen im Aurum Verlag. Es ist das Grundlagenwerk ihrer Methode und lädt dazu ein, Kreativität als einen lebendigen Weg des Entdeckens zu verstehen. 




Dienstag, 9. Juni 2026

Neues Unterstützungsangebot für jungagiert e.V.

Seit fast 2 Jahren arbeiten wir mit dem Team von jungagiert e.V. zusammen und nutzen als Selbsthilfegruppe kostenfrei die inspirierenden Räumlichkeiten. Außerdem werden wir liebevoll bei unseren monatlichen Kreativtreffen mit Getränken und Support versorgt ...

Nun gibt es eine Möglichkeit, den Verein als Privatperson mit einer Fördermitgliedschaft zu unterstützen. Diese ist bereits ab 5 Euro im Jahr möglich.

Wer von Euch ist mit dabei? 

Über diesen Link ist die Anmeldung ganz einfach möglich:  

https://jungagiert.de/ueberuns/ (unter dem Ausklappelement "Antrag Fördermitgliedschaft")


Der Verein freut sich über Deine Mitgliedschaft und persönliche Wertschätzung.