Freitag, 19. Juni 2026

Zusammenfassung des Zoom-Treffens zum Thema "Vertrauen" vom 23.04.26

Aus unserer Angebotsreihe Wochenkinder Sachsen

Zu Beginn des Treffens stellten wir uns vier Fragen: Ob wir uns selbst vertrauen, ob wir jemanden kennen, dem wir blind vertrauen, ob man Vertrauen lernen und weitergeben kann und wem wir im Moment unser größtes Vertrauen schenken. Einige berichteten, dass Selbstvertrauen für sie eine Art Intuition sei, das jedoch ständig weiter entwickelt werden müsse. Andere sprachen über Vertrauen in ihre Kinder oder Familienmitglieder. Manche erleben wechselnde Phasen von Vertrauen und Misstrauen sowie von Selbstvertrauen und Selbstmisstrauen.

Mehrere Teilnehmende beschrieben, dass Vertrauen lernbar sei. Manche gaben an, Vertrauen in kleinen Schritten zu vergeben und auszuhalten, um es nach und nach erweitern zu können. Gleichzeitig erzählten einige, dass sie früher Vertrauen gegeben hatten und enttäuscht wurden. In manchen Familien wurde vermittelt, dass die eigenen Gedanken oder Handlungen falsch seien oder dass man nicht dazugehöre. Die meist zu spät vermittelte „Wochenkrippen-Nachricht“ hat bei einigen das Vertrauen in die Eltern stark beschädigt, zumal sie zusätzlich von Außenstehenden wenig Verständnis erhielten. Auch das Vertrauen in Therapeutinnen, Therapeuten und Therapiegruppen ist teilweise begrenzt.

Es wurde betont, dass Vertrauen durch positive Erfahrungen wachsen kann, aber nicht leichtfertig vergeben werden sollte. Einige berichteten von übermäßigem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder in Kinder und Partner, die eventuell nicht gerechtfertigt war. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen Selbstmisstrauen entsteht, besonders unter Druck oder im Beisein von Autoritätspersonen. In diesem Zusammenhang wurde auch Gaslighting erwähnt, also das Erleben, durch das Einwirken von Personen an sich selbst zu zweifeln. Manche trauen sich selbst nicht, weil sie ein negatives Selbstbild haben und Schwierigkeiten, etwas Positives über sich zu sagen.

Das Entdecken eigener guter Seiten sei hier hilfreich: Den positiven Aspekten könne man eher vertrauen, den negativen weniger. Ein vermindertes Selbstwertgefühl führt oft dazu, dass die Aussagen anderer Menschen als besonders wichtig erlebt werden. Manche fühlen sich dadurch klein, verletzlich, ausgeliefert und neigen dazu, sich anzupassen und den eigenen gesunden Menschenverstand zurückzustellen. Einige äußerten auch Skepsis gegenüber Menschen mit sehr großem Selbstvertrauen.

Zum Vertrauen in andere gehört für viele Mut. In engen Beziehungen wird Vertrauen teilweise als gefährlich empfunden. Manche sagten, sie könnten Vertrauen geben, vertrauten aber dennoch fast niemandem, was einen starken inneren Widerspruch aufzeigt. Es wurde ein hoher Anspruch an Loyalität, Verschwiegenheit und Privatsphäre beschrieben, sowie die Angst vor Bloßstellung. Einige berichteten, Bloßstellung bereits in Partnerschaften erlebt zu haben.

Einige Teilnehmende erzählten, dass die Arbeit mit Kindern hilfreich sei, da Kinder unverfälscht und oft sehr vertrauensvoll sind. Manche möchten auch in Partnerschaften Vertrauen geben, erleben jedoch, dass der Partner dieses Vertrauen nicht als solches wahrnimmt. Die Wahrnehmung von Vertrauen unterscheidet sich also.

(Rico)

Dienstag, 9. Juni 2026

Neues Unterstützungsangebot für jungagiert e.V.

Seit fast 2 Jahren arbeiten wir mit dem Team von jungagiert e.V. zusammen und nutzen als Selbsthilfegruppe kostenfrei die inspirierenden Räumlichkeiten. Außerdem werden wir liebevoll bei unseren monatlichen Kreativtreffen mit Getränken und Support versorgt ...

Nun gibt es eine Möglichkeit, den Verein als Privatperson mit einer Fördermitgliedschaft zu unterstützen. Diese ist bereits ab 5 Euro im Jahr möglich.

Wer von Euch ist mit dabei? 

Über diesen Link ist die Anmeldung ganz einfach möglich:  

https://jungagiert.de/ueberuns/ (unter dem Ausklappelement "Antrag Fördermitgliedschaft")


Der Verein freut sich über Deine Mitgliedschaft und persönliche Wertschätzung.



Montag, 8. Juni 2026

Rückblick: Wut, Schuld und Scham – Drei Seiten der gleichen Medaille (Vortrag vom 23. Mai 2026 im Stadtforum)

Am 23. Mai 2026 durfte ich im Stadtforum einen Vortrag zu einem Thema halten, das uns in unseren Beziehungen alle tief bewegt: das sensible Geflecht aus Wut, Schuld und Scham – basierend auf dem gleichnamigen Buch von Liv Larsson.

„Emotionen sind eine Revolution“, ist ein Zitat von Gianna Nannini. Und tatsächlich: Wenn wir beginnen, unsere Gefühle wirklich zu verstehen, verändert das alles. Emotionen bestimmen, wie wir uns in Beziehungen positionieren und wie wir in unseren eigenen Gefühlen wahrhaftigen Ausdruck finden.

Ein erster, mutiger Schritt ist es, schlicht auszusprechen: „Ich bin von dieser Aussage betroffen.“ Unser Körpergespür können wir schulen, denn Emotionen sind keine reine Kopfsache, sie inszenieren sich im Körper. In der Bewusstwerdung untersuchen wir genau: Was passiert gerade in mir? Wo fühle ich was?

Die Facetten sind vielfältig: ein plötzliches Kribbeln oder aufsteigende Hitze, Enge in der Atmung oder schmerzhafte Muskelanspannung und das Gefühl sich ganz klein zu fühlen – bis hin zu diffuser Lähmung, Verlassenheit oder existenzieller Angst, ja sogar Todesangst. Viel zu oft unterdrücken wir diese Signale, um im Alltag reibungslos zu funktionieren, was fatal ist. Wir sind in erster Linie Mensch und natürlich emotional.

Die Verbindung zu anderen Menschen ist emotional gebunden und die Sehnsucht hinter den „schweren“ Gefühlen ist die Sehnsucht nach liebevoller Verbindung. Die Kernbotschaft kann tröstlich sein: Hinter Wut und Schuld liegt Scham, die im Grunde sehr natürlich ist. Wir müssen beim Thema Schuld klar unterscheiden: Es gibt das reale „Schuldig-Werden“ (wie durch ein einfaches Falschparken) und es gibt die tiefsitzenden Schuldgefühle, die aus unserer individuellen Lebenserfahrung stammen. Letztere lassen sich nicht rational wegdiskutieren – sie brauchen Zeit und Raum zur Heilung.

Wie finden wir den Ausweg aus dieser Dynamik? Das wirksamste Gegenmittel gegen Scham, Schuld und Wut sind unsere Würde und ein gesunder Stolz – und es braucht das Selbstmitgefühl. Erst durch dieses bewusste, liebevolle Handeln schaffen wir einen Raum für gesunde Abgrenzung und echten Schutz. Hierfür empfehle ich unbedingt das Buch von Kristin Neff & Christopher Germer: "Selbstmitgefühl". Es gibt dazu auch ein sehr hilfreiches Übungsbuch der beiden Autoren.

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Nun möchte ich noch ein paar Übungen an die Hand geben:


Atembeobachtung

Unsere natürliche Atmung im Schlaf ist rhythmisch & gleichmäßig. Versuche am Tag deinen Atem zu beobachten und dies ganz unbedingt ohne Wertung: wie nehme ich meinen Atem wahr: rhythmisch, ruhig und angenehm oder kaum, flach und angespannt. Es ist nicht nötig tief zu atmen. Wir bekommen in der Regel immer genug Sauerstoff. Wichtig ist dabei die natürliche Atmung durch die Nase. Sie ist Filter und reflektorisch mit dem Zwerchfell verbunden. Diese Bewegung setzt sich im Bauch und Becken fort.

Das Körpersystem beruhigen

Kommen wir in Ruhe reguliert sich die Atmung von Selbst. Um dies zu unterstützen, atme natürlich über die Nase ein und aus und versuche das Ausatmen zu verlängern (bis auf fünf zählen). Das wirkt beruhigend. Du kannst auch eine klitzekleine Pause nach dem Ausatmen machen und spüren, wie das Einatmen kommt, wie eine Einladung, um unser „Lebenselixier Sauerstoff“ aufzunehmen. Eine Pause zwischen den Atemzügen sehe ich nicht als entspannend an. Es aktiviert.

Sich Positionieren

Im Stehen richte dich natürlich auf und nimm eine Würdevolle Pose ein. Spüre deine Füße auf dem Boden. Wenn das mit Spannung oder widersträubenden Gefühlen einhergeht, lockere dich und lass ein Bild entstehen, wie das aussehen könnte. Wenn das schwierig sein sollte, denke oder visualisiere eine Person, die das für dich ausdrückt.

Mut

Wer hat an dich geglaubt? Wer glaubt an dich? Kannst du an dich glauben? Mut entwickeln wir, indem wir ehrlich unsere Meinung sagen, Grenzen setzen, „ich weiß nicht sagen“, um Hilfe bitten oder eine unangenehme Aufgabe zuerst erledigen. Wichtig: „Ich kann Angst fühlen und trotzdem Handeln.“ Es gibt viele Beispiele und was gibt dir und gab dir am meisten Mut?

Noch ein Wörtchen zu Wut.

Wut entsteht, wenn Grenzen verletzt wurden, wir uns bedroht fühlen und nicht gesehen werden. Wir lernen früh welche Gefühle erlaubt sind. Wut gehört nicht dazu! Wut, wenn sie unterdrückt wird, kann sich in Spannung, Zynismus, Erschöpfung Selbstkritik und Passivität verwandeln. Wut ist nicht das Problem. Entscheidend ist wie sie wahrgenommen, reguliert und ausgedrückt wird.

Gesunde Wut bedeutet deutliche Grenzen zu setzen, Lebenskraft zu erhöhen, Klarheit schaffen und Mut zu erzeugen, indem wir in erster Linie zu uns selbst stehen. Wir können und dürfen uns trotz allem wohl fühlen.

Habt ihr Fragen? Meldet euch bitte! Patricia Ludwig http://patricialudwig-praxis.de

Freitag, 5. Juni 2026

Kreativgruppe "WG 6", 05.06.26

 Heute gings um Emotionen, Begegnungen, Geschwister und bezeugte Erinnerungen ...









- Wir sehen uns wieder am 3. Juli -

Sonntag, 31. Mai 2026

Der Wochenkinder-Podcast "Ungehalten"

Nach vielen Monaten Arbeit ist es endlich so weit: 

Der Trailer zum Podcast „Ungehalten - Der Wochenkinder-Podcast“ ist online. 👏

Darin sprechen Cornelia Grasme und Alexander Teske mit ehemaligen Wochenkindern, Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Fachleuten aus Psychologie und Wissenschaft über die DDR-Wochenkrippen und ihre Folgen bis in die Gegenwart.


Hier gehts zum Trailer 👉 auf Spotify und 👉 auf Youtube


Neue Folgen ab 1. Juni montags alle zwei Wochen.

(1. Folge, 2. Folge, 3. Folge ...)



Dienstag, 26. Mai 2026

Woche des "Ehrentags", 23.-31.Mai 2026

Was bedeutet Selbsthilfe für mich?






Im Rahmen der Woche des "Ehrentags" 2026 der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) möchten wir als SHG „Dresdner Wochenkinder“ diese Frage offen weitergeben: 

Was bedeutet Selbsthilfe für Dich?

Wir sagen Dank für die Würdigung unserer Selbsthilfearbeit!

Aus gegebenem Anlass bedanken wir uns beim Team der Digitalen Selbsthilfe-Kontaktstelle (DISEKO) noch einmal herzlich für die Einladung zur Teilnahme an der ersten Digitalen Selbsthilfe-Wanderausstellung, aus der die obigen Statements entnommen sind. Vielen Dank auch für die Freigabe der Nutzungsrechte.

Die aktuellen Tourdaten der Ausstellung findet Ihr hier

Zusammenfassung des Zoom-Treffens zum Thema "Vertrauen" vom 23.04.26

Aus unserer Angebotsreihe Wochenkinder Sachsen Zu Beginn des Treffens stellten wir uns vier Fragen: Ob wir uns selbst vertrauen, ob wir jema...