Samstag, 3. Oktober 2026

Kreativgruppe "WG 6", 04.09.2026

Schritt um Schritt wächst, wie bei unserem letzten Treffen, unsere schicksalhafte Verbundenheit. Stein um Stein wird es bunter, Schriebsel um Schnipsel setzen wir mosaikartig unsere Leben neu zusammen. Und es wächst der Wunsch, keinen der einmal im Monat stattfindenden Kreativfreitage mehr zu verpassen.


Manchmal verabreden wir schon vorher, was wir gemeinsam ausprobieren wollen. Meist geraten wir beim Treffen dann in einen ganz anderen Prozess des Tuns. Heute war es zum Beispiel wieder so: Mitgebracht hatten wir die Idee, zu schreiben. Entstanden sind „Tiefengeschichten“, die wir so noch keinem erzählt und auch noch nirgends aufgeschrieben haben.



Der Begriff „Tiefengeschichten“ geht auf die amerikanische Soziologin Arlie Hochschild zurück. In ihrem Buch Strangers in Their Own Land (2016) entwickelt sie den Begriff der „deep stories“. Gemeint sind emotionale Erzählungen, die wir über uns selbst, unser Leben und unsere gesellschaftliche Situation verinnerlicht haben. Sie liegen gewissermaßen unterhalb dessen, was wir uns im Alltag erzählen und können hör- und sichtbar werden, wenn wir beginnen, ihnen Raum zu geben.


Wohltuend und für viele neu ist bei jedem Prozess des Erzählens zwischen uns Wochenkindern das aufmerksame und gegenseitige Zuhören.


"Wirkliches Zuhören ist, so verstanden, gelebte Demokratie im Kleinen, 

Anerkennung und Akzeptanz von Verschiedenheit, 

Suche nach dem Verbindenden, Klärung des Trennenden, 

gemeinschaftliche Erfindung einer Welt, 

die überhaupt erst im Miteinander-Reden und Einander-Zuhören entsteht." 

aus: Pörksen, Bernhard (2025). Zuhören: Die Kunst, sich der Welt zu öffnen





Wir hören und sehen uns wieder am 2. Oktober 2026 !


Dresdner Wochenkinder: News 3/2026

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